HRV-Biofeedback

HRV steht für Herzratenvariabilität und ist ein Ausdruck des Autonomen Nervensystems. Als HRV wird die Fähigkeit eines Organismus bezeichnet, die Frequenz des Herzrhythmus flexibel zu verändern und anzupassen. Bei einem gesunden Organismus haben körperliche Beanspruchung und psychische Belastung in der Regel eine Erhöhung der Herzfrequenz zur Folge, die bei Entlastung und Entspannung normalerweise wieder zurückgeht. Eine hohe Anpassungsfähigkeit an Belastungen drückt sich in einer größeren Variabilität der Herzfrequenz aus.

In den letzten Jahren wurden verschiedene Biofeedback-Techniken und Geräte entwickelt, um die HRV zu messen. Dabei wird speziell Gewicht auf die physiologische Kohärenz zwischen Herz- und Atmungsfrequenz gelegt. Positive Gefühle synchronisieren beispielsweise die Rhythmen von Herz und Atmung, da vermehrt Hormone wie Serotonin, Dopamin und Dehydroepiandrosteron (DHEA) ausgeschüttet werden. Unter dem Einfluss einer hohen Sympathikusaktivität, etwa bei Stress und negativen Gefühlen, geht diese Synchronisation verloren, da gesundheitsgefährdende Stresshormone wie Cortisol überwiegen. Unter Cortisol ist die Herzratenvariabilität messbar eingeschränkt.

Durch das HRV-Training kann mittels spezieller Atemtechniken die Synchronisation des autonomen Nervensystems positiv beeinflusst und später auch zur Stressbewältigung eingesetzt werden. Da Stress unter anderem Einfluss auf die Aktivierung von Triggerpunkten nimmt, kann sich das zusätzlich günstig auf unterschiedliche Schmerzsymptomatiken auswirken.

Studien haben ergeben, dass ein tägliches 30-minütiges HRV-Training über einen Zeitraum von vier Wochen den Cortisolspiegel senkt und den Spiegel des sogenannten Jugendhormons DHEA um durchschnittlich 100 Prozent erhöht.  DHEA hat eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel, die Psyche, das Hormon- und Immunsystem.