Myofasziale Osteopathie

Die Myofasziale Osteopathie, die Behandlung von Faszien, ist ein wichtiger Bestandteil meiner Therapie.

Erst in den letzen Jahren und spätestens seit dem ersten internationalen Fascia Research Congress an der Harvard Medical School in Boston 2007 häufen sich die Erkenntnisse, dass Faszien eine viel größere Bedeutung haben, als ursprünglich angenommen. Robert Schleip und sein Team wiesen die aktive Kontraktionsfähigkeit der Faszien nach. Diese reagieren auf biomechanische Reize und passen sich den Beanspruchungen an, denen sie ausgesetzt sind.

Mit der Technik des Myofascial Release werden die dreidimensionalen Fasziennetzwerksysteme gezielt und differenziert behandelt. Dadurch wird die Steifigkeit und Elastizität des Fasziengewebes verbessert, Gelenke entlastet und stereotype Bewegungsmuster aufgelöst. Durch die genaue Manipulation tief sitzender Cross-links im Gewebe, wird versucht, ausgleichend auf den Gesamtorganismus einzuwirken und muskuläre Dysbalancen aufzuheben.

Faszien haben nicht nur eine stützende und formgebende Funktion auf die Skelettmuskulatur und inneren Organen, sie sind zusätzlich mit zahlreichen sensorischen Rezeptoren innerviert und stehen offenbar in Wechselwirkung mit dem autonomen Nervensystem.

Bisher sind vier verschiedene intrafasziale Mechanorezeptoren bekannt: Golgi-, Pacini- und Ruffini-Rezeptoren sowie die freien Nervenendigungen. Die Golgi-Rezeptoren befinden sich sowohl an myotendinösen Übergängen, als auch in Gelenkkapseln und in den Ligamenten peripherer Gelenke. Die Reizschwelle dieser Rezeptoren liegt sehr hoch und deren Stimulation führt zu einer muskulären Tonussenkung. Die Pacini-Rezeptoren haben eine sehr geringe Reizschwelle und adaptieren sehr schnell. Deshalb können sie hauptsächlich mit vibratorischen und ruckartigen Techniken stimuliert werden. Sie dienen dem Körper als propriozeptives Feedback. Die Ruffini-Rezeptoren haben eine geringe Reizschwelle, adaptieren jedoch sehr langsam und können deshalb mit ruhigen Techniken stimuliert werden. Die freien Nervenendigungen befinden sich in fast allen Körpergeweben und übertreffen zahlenmäßig alle anderen Rezeptoren um ein Vielfaches. Sie dienen offenbar als Fühler des vegetativen Nervensystems und wirken einerseits als propriozeptive Mechanorezeptoren, können sich aber auch zu hochempfindliche Schmerzrezeptoren verändern.

Für den bestmöglichen Behandlungserfolg ist es wichtig, möglichst viele Mechanorezeptoren zu erreichen.